Der Confirmation Bias (deutsch: Bestätigungsfehler) ist eines der bekanntesten Phänomene der Psychologie. Er beschreibt die (oft unbewusste) Neigung, Informationen so auszuwählen und zu interpretieren, dass sie die eigenen bestehenden Erwartungen oder Überzeugungen bestätigen.

Einfach gesagt: Wir sehen die Welt nicht, wie sie ist, sondern so, wie wir sie bereits im Kopf haben.

Der Bias äußert sich auf  verschiedene Arten in unserem Alltag:

  • Selektive Suche: Wir suchen gezielt nach Fakten, die unsere Meinung stützen (z. B. lesen wir eher Artikel von Zeitungen, die unsere politische Einstellung teilen).

  • Selektive Interpretation: Wenn Informationen mehrdeutig sind, deuten wir sie so um, dass sie zu unserem Weltbild passen. Widersprüchliche Beweise werden oft als „unzuverlässig“ oder „Ausnahme“ abgetan.

  • Selektive Erinnerung: Wir behalten Informationen besser im Gedächtnis, die uns recht geben, während wir Gegenargumente schneller vergessen.

Warum passiert das? Unser Gehirn liebt Effizienz. Es ist anstrengend und unangenehm, die eigene Meinung ständig zu hinterfragen. Es gibt uns ein Gefühl von Sicherheit und Selbstbewusstsein, wenn wir „recht haben“. Der Confirmation Bias ist also eine Art mentale Abkürzung, um die Komplexität der Welt zu reduzieren.

Um achtsam mit Bestätigungsfehlern umzugehen sind folgende Dinge hilfreich:

  • Die „Advocatus Diaboli“-Methode: Suche aktiv nach Argumenten, die das Gegenteil deiner Meinung beweisen könnten.

  • Gegenperspektiven einholen: Sprich mit Menschen, die eine völlig andere Sichtweise haben, und versuche, deren Logik nachzuvollziehen, statt sie sofort abzuwerten.

  • Fehlbarkeit akzeptieren: Wer sich eingesteht, dass er falsch liegen könnte, ist offener für neue Fakten.

Quellen:

– Wason, P. C. (1960). On the failure to eliminate hypotheses in a conceptual task. Quarterly Journal of Experimental Psychology.

– Nickerson, R. S. (1998). Confirmation bias: A ubiquitous phenomenon in many guises. Review of General Psychology, 2(2), 175–220.

– Kahneman, D. (2011). Thinking, Fast and Slow (deutsch: Schnelles Denken, langsames Denken). Farrar, Straus and Giroux / Siedler Verlag.